Diesel im Fuhrpark? Strategien & Alternativen

Diesel im Fuhrpark? Strategien & Alternativen

Donnerstag, Dezember 7, 2017
Diesel im Fuhrpark? Kostenloses Whitepaper

Die Konsumentenreaktionen auf die Abgasskandale und die möglichen Fahrbeschränkungen in einigen Großstädten stellen die Zukunft des Diesels in Europa in Frage. Arval hat diese Entwicklungen zum Anlass genommen, ein Whitepaper über Diesel zu verfassen.
 

Als unabhängiger Multimarken-Leasing- Anbieter für Fuhrparks in ganz Europa beschäftigt sich Arval mit Fahrzeugtechnologien und –nutzung. Das Unternehmen berät Kunden und Fahrer bei der Wahl des am besten geeigneten Fahrzeugs. Aufgrund der Diskussion über Verbrennungsmotoren im Allgemeinen und Dieselmotoren im Speziellen sowie der größeren Auswahl an alternativen Energien, hat Arval seine Kalkulation der Total-Cost-of-Ownership (TCO) vollständig überarbeitet. Die Arval-Methodik inkludierte seit jeher Treibstoffkosten und Steuern. Zukünftig können auch spezifische Fahrersegmente hinsichtlich Kilometerumfang und Fahrweise berücksichtigt werden. Dies soll Kunden eine ausgeglichene Wahl zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen ermöglichen.

Diesel macht derzeit mehr als die Hälfte aller registrierten PKWs und Leicht-LKWs in Europa aus. In betrieblichen Fuhrparks beträgt der Anteil sogar zwei Drittel.

 

Luftqualität und Zukunft des Diesels

Der umweltpolitische Fokus lag in den letzten 20 Jahren auf Treibhausgasemissionen (THG), im Speziellen auf Kohlendioxid (CO2). Ein Ungleichgewicht zugunsten von Diesel in Europa war das Ergebnis. Die Kombination aus diesem CO2- basiertem Ansatz und steigenden Spritpreisen ließ den Marktanteil von Diesel deutlich steigen – auf Kosten von Benzinmotoren.

In letzter Zeit wuchs das Bewusstsein für die Diskrepanz zwischen veralteten Labortests für Treibstoffverbrauch, CO2 und Luftschadstoffe und jenen Werten, die unter realen Bedingungen auf der Straße erzielt wurden. Der VW-Abgasskandal 2015 und die Tatsache, dass sich die städtische Luftqualität zunehmend verschlechtert, trieb die Debatte um den Umwelteinfluss von Treibstofftypen, insbesondere um Dieselfahrzeuge, weiter an.

Infolgedessen gaben einige Staaten wie Frankreich und Großbritannien bekannt, dass sie den Verkauf von neuen, konventionellen Benzin-und Dieselautos bis 2040 einstellen und Umweltzonen in einigen Großstädten einführen wollen. Es sei angemerkt, dass Umweltzonen unserer Meinung nach nicht das Ende aller Dieselfahrzeuge über Nacht bedeuten. Wir gehen davon aus, dass zunächst nur ältere Fahrzeuggenerationen betroffen sind. Da Fuhrparkfahrzeuge in der Regel jünger sind, bleiben die negative Auswirkungen auf Unternehmensflotten in den kommenden Jahren noch beschränkt.

Der Labortest NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) wird schrittweise durch die Worldwide Harmonised Light Vehicle Test Procedure (WLTP) und die Real Drive Emission Test Procedure (RDE) ersetzt. Die Testergebnisse sollen reale Fahrbedingungen besser widerspiegeln. Die Übergangsphase bis 1. Januar 2019 gibt allen Herstellern und den Regierungen ausreichend Zeit, sich der neuen Situation anzupassen. Obwohl sich bereits heute abzeichnet, dass die zukünftigen Emissionswerte um ca. 20 % höher liegen werden (und in einigen Fällen sogar bis zu 80 %), soll dies laut der Europäischen Kommission nicht direkt zu höheren Steuern führen

Um die vereinbarten CO2-Reduktionsziele für 2021 zu erreichen, passen alle großen Hersteller ihre Strategien an, indem sie neue Technologien einsetzen oder mit Diesel und sogar Benzin kombinieren. Viele Strategien schließen noch immer Diesel ein, aufgerüstet oder als Hybrid. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Diesel nicht einfach über Nacht verschwinden wird, da die Investitionskosten für alternative Treibstoffe hoch und mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden sind. Stakeholder sollten dies berücksichtigen.

Der öffentliche Ruf des Diesels hat in den letzten Monaten stark gelitten. Bei Firmenflotten kann man eine zunehmende Verlagerung Richtung Benzin beobachten, besonders bei Fahrzeugen mit kleinerem Hubraum. Dies ist hauptsächlich auf ein reduziertes Angebot von Premium-Diesel-Modellen und eine größere Elektrofahrzeug-Palette (insbesondere Hybrid und Plug-In-Hybrid) zurückzuführen.

Es deutet einiges darauf hin, dass sich Europa langsam vom Diesel entfernt, folglich werden sich Angebot und Nachfrage auf den Gebrauchtmärkten verändern. Es ist möglich, dass kurzfristig verfügbare Alternativen – hauptsächlich Benzin, Hybride und zu einem geringeren Maße rein elektrische Fahrzeuge – einen gewissen Druck auf Dieselrestwerte auslösen.

 

Arvals Mission und Ansatz

Arval unterstützt Unternehmen in einem Umfeld aus sich rasch ändernder gesetzlichen und technologischen Entwicklungen. Ziel ist es, Entscheidungen zu treffen, die kurz-, mittel-und langfristig sinnvoll sind. So sollten zum Beispiel Dienstwagenrichtlinien bereits im nächsten Jahr angepasst werden. Auch das Total-Cost-of-Ownership-Modell wurde überarbeitet, um auf die Entwicklungen vorbereitet zu sein.

Bezüglich Total-Cost-of-Ownership empfiehlt Arval, interne Fahrersegmente einfließen zu lassen und gegebenenfalls die beste Fahrzeugwahl im Sinne des Unternehmens und der Umwelt zu definieren. Die Beraterteams von Arval begleiten Unternehmen bei der Ausarbeitung ihres Flottenprofils und helfen Dienstwagenrichtlinien und Mobilitätskonzepte zu erstellen oder an die neuen Herausforderungen anzupassen.

Da das öffentliche Bewusstsein für den Klimawandel und für die Umweltauswirkungen von Fahrzeugen wächst, sollte laut Arval die Corporate Social Responsibility mehr denn je auf der Agenda stehen. Als Unterstützung wird Arval so schnell wie möglich die Ergebnisse der neuen Abgastests zur Verfügung stellen und bietet mit neuen Dienstleistungen wie z. B. Arval Active Link die Möglichkeit, die Fahrzeugnutzung besser zu prüfen und zu steuern und damit den Umwelteinfluss der Flotten zu minimieren.

Dieses Whitepaper zeigt, dass Dieselfahrzeuge in vielen Fällen eine wählbare Option bleiben, nicht zuletzt aufgrund ihrer Treibstoffeffizienz und der Bemühungen der Hersteller, die Umweltauswirkungen zu minimieren. Allerdings stellen Hybride, Plug-In-Hybride und vollelektrische Fahrzeuge neben Benzin zunehmend eine bessere Alternative dar.

Das politische Umfeld ändert sich laufend und dieses Whitepaper basiert auf dem derzeitigen Wissensstand. Dieses Dokument kann daher nicht alle potentielle Auswirkungen und Optionen abdecken.