Mythen der E-Mobilität

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Die häufigsten Fragen zum Thema E-Mobility und E-Autos

Wenn von der „Mobilität der Zukunft“ gesprochen wird, so ist das Thema Elektromobilität /  E-Mobility eines der ersten Themen, über das gesprochen wird. Oftmals werden dabei Fakten und Mythen vermischt. Fakt ist: ein Umstieg auf Elektroautos ist bereits heute in vielen Fällen durchaus sinnvoll – sowohl für Privatkunden als auch für Firmen und Firmenwagennutzer.

Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen zusammengefasst und liefern die Antworten dazu.

Wie hoch ist die Reichweite von E-Autos?

Zwar erreichen vollelektrische Fahrzeuge noch nicht die Reichweiten von Fahrzeugen mit klassischen Verbrennungsmotoren. Allerdings können sich die durchschnittlichen Reichweiten aktueller Modelle sehen lassen: der Renault ZOE kommt zum Beispiel auf bis zu 395 km nach WLTP, der BMW i3 (120aH) auf bis zu 310 km nach WLTP. Ein Tesla Model 3 Long Range mit Allradantrieb schafft beachtliche 420 km. Zwar hängt die tatsächliche Reichweite der einzelnen Fahrzeuge von zahlreichen Faktoren ab wie Außentemperatur, Fahrweise usw. Es zeigt sich aber auch: die Reichweiten sind für den alltäglichen Gebrauch absolut ausreichend.

Fakt: die durchschnittliche Distanz, die in Österreich mit dem Auto täglich zurückgelegt wird, beträgt nur 34 Kilometer! Ein vollständig geladenes E-Auto könnte somit für mehrere Tage genutzt werden, bevor es aufgeladen werden muss.

Sind E-Autos teurer als normale Autos?

Ja, aktuell sind E-Autos teurer als Autos mit Verbrennungsmotoren - allerdings hauptsächlich im Hinblick auf den Kaufpreis. Hier ist der Begriff "Total Cost of Ownership" (TCO) wichtig. Dieser Begriff beschreibt sämtliche Kosten, die während des Lebenszyklus des Fahrzeugs anfallen: z.B. Kaufpreis, Wartung, Ersatzteile, Reifen, Versicherung und Treibstoff.

Die Wartung von E-Autos ist in den allermeisten Fällen deutlich einfacher als bei Autos mit Verbrennungsmotoren. E-Autos werden durch einen batteriebetriebenen Motor angetrieben, der weniger bewegliche Teile besitzt als ein normaler Motor - daher kommt es hier auch zu weniger Schäden bzw. Abnutzungen. Batterie, E-Motor und die dazugehörige Elektrik benötigen zudem wenig bis keine Wartung. Dementsprechend fallen auch die Kosten für Ersatzteile niedriger aus. 

Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Abnutzung der Reifen etwas höher ist als bei regulären Autos. Das liegt vor allem am hohen Gewicht der E-Autos. Das ist jedoch ein Faktor, der durch die geringeren Wartungskosten ausgeglichen wird. Auch die Versicherung von E-Autos ist in der Regel etwas günstiger (zB. Entfall der motorbezogenen Versicherungssteuer).

Wieviele Ladestationen gibt es?

In Österreich gibt es insgesamt an die öffentliche 5.000 Ladestationen - Tendenz steigend. Auf das Straßennetz umgelegt bedeutet dies eine Ladesäule alle 30 Kilometer. Der E-Tankstellen Finder bietet eine Übersicht sämtlicher öffentlicher Ladestationen in Österreich und Europa.

Wie lange dauert ein Ladevorgang?

Die Dauer eines Ladevorgangs hängt von zahlreichen Faktoren ab, es gibt aber drei Hauptfaktoren: 

  • Die Kapazität der Batterie
  • Die Ladetechnik des E-Autos
  • Die Ladeleistung der Ladestation oder der Steckdose

Die Kapazität des Akkus besagt, wieviel Strom die Batterie aufnehmen kann. Autos mit kleiner Batterie sind demnach auch schneller aufgeladen als Autos mit größerer Batterie, die Reichweite ist dafür aber auch geringer. Die Ladetechnik des E-Autos bestimmt, in welchem Maße die Leistung der Ladestationen genutzt werden kann - also wie schnell wieviel Strom in die Batterie gespeist werden kann. Zuletzt spielen auch die Ladestationen eine Rolle, genauer die Ladeleistung in Kilowatt. 

Folgende Übersicht soll nur der Orientierung dienen, die tatsächlichen Lademöglichkeiten und Ladedauer sind von Abieter zu Anbieter unterschiedlich. Hinweis: die Ladezeiten beziehen sich auf eine Ladung der Batterie auf 80%. 

Eignet sich ein E-Auto als Firmenfahrzeug?

Auf jeden Fall. Allerdings hängt die Eignung stark von den Anforderungen des Fahrers ab, sowie der grundsätzlichen Ausrichtung des Fuhrparks eines Unternehmens. Arval Austria unterstützt sie bei der Festlegung einer entsprechenden Car Policy und einer Analyse Ihrer Fuhrparkbedürfnisse.

Hier ist eine Übersicht der wichtigstens Vorteile für Arbeitgeber und -nehmer.

Weitere Vorteile für Sie:

  • Das Restwertrisiko liegt bei Arval

  • Sie profitieren von unserem etablierten & zuverlässigem Werkstatt-Netzwerk. Wir garantieren eine transparente Abwicklung

  • Professionelle Beratung zum Thema E-Mobility (Car Policy, Beratung für Ladestationen, etc.)

  • Sie profitieren von speziellen Tarifen für das Laden der Fahrzeuge

Sind E-Autos umweltfreundlich?

Auch hier ist die Antwort komplex und basiert auf mehreren Faktoren.

Herstellung der Batterie
Fakt ist: die Herstellung einer Batterie für E-Autos ist sehr aufwändig. Gesamtheitlich entstehen durch die Produktion eines E-Autos höhere Emissionen als bei der Produktion eines klassischen Verbrenners. Laut einer Studie der VUB Universität Brüssel, die im Auftrag der NGO "Transport & Environment" durchgeführt wurde, sind Strategien für das Recycling und "Second Life" Anwendungen (wenn alte Batterien z.B. als Stromspeicher für den Heimgebrauch genutzt werden) von Batterien von elementarer Bedeutung, um die Nachhaltigkeit der Fahrzeuge zu erhöhen. Die technischen Innovationen in diesem Bereich werden die Öko-Bilanz langfristig verbessern.

E-Autos im Betrieb & Strom-Mix
E-Autos produzieren im Betrieb keine Stickstoffoxide - einer der Hauptgründe für schlechte Luftqualität in Städten. Wesentlich für die gesamte Bilanz eines E-Autos ist die Herkunft des Stroms. In Österreich werden ca. 75% des Stroms aus erneuerbaren Quellen und Wasserkraft gewonnen (Quelle: E-Control 2019). Somit fahren E-Autos theoretisch fast komplett "Grün". Über den gesamten Lebenszyklus eines E-Autos gerechnet entstehen durch ein E-Auto zwischen 17%-30% weniger Emissionen als bei einem Verbrenner.

Ein weiterer Punkt ist die Reduktion der "Lärmverschmutzung" durch E-Autos. Zwar stellt diese Lautlosigkeit auch eine gewisse Gefahr für Fußgänger pder Radfahrer dar, es bleiben aber Wind- und Abrollgeräusche. FahrerInnen von E-Autos müssen daher vermehrt auf Fußgänger achten. Durch die Zunahme von E-Autos im Straßenverkehr wird sich jedoch auch das Verhalten von Fußgängern und Radfahrern entsprechend verändern.
 

Sind E-Autos bei einem Unfall gefährlicher als normale Autos?

E-Autos sind grundsätzlich genauso sicher wie Autos mit Verbrennungsmotoren - das zeigen auch die Ergebnisse bei den Euro-NCAP Crashtests, die für jeden neuen Fahrzeugtyp durchgeführt werden. 
In den Medien lesen wir immer wieder von spektakulären Unfällen von E-Autos, bei denen die Fahrzeuge komplett ausbrennen. Dabei wird immer wieder über die Sicherheit der Batterien gesprochen.

Fakt ist: alle in den Autos verbauten Batterien sind "eigensicher". Das bedeutet, dass der Stromfluss einer Batterie sofort unterbunden wird, sobald ein Defekt vorliegt. Die Batterie wird im Falle eines Unfalls sofort von allen Hochvoltkomponenten und Kabeln getrennt. Um die Brandgefahr zu reduzieren, werden die Batterien bei der Konstruktin besonders geschützt. 
Natürlich können E-Autos - wie alle anderen Autos auch - bei einem schweren Unfall in Brand geraten. Allerdings können bei E-Autos keine großen Mengen an brennbaren Flüssigkeiten austreten, die das Übergreifen des Feuers auf das gesamte Fahrzeig vereinfachen oder gar beschleunigen. Zwar sind Brände möglich, diese sind aber meistens eingegrenzt. Aus dieser Sicht sind E-Autos im Hinblick auf die Brandgefahrt also sogar sicherer.

 

Welche Förderungen gibt es?

Mit Anfang Juli werden die Förderungen für E-Mobilität in Österreich erhöht. 
Die Förderungshöhen für die Fahrzeuge gelten für Privat- und Firmenkunden. Die Veränderungen im Überblick:

  • PKW mit reinem Elektro- oder Wasserstoffantrieb werden ab sofort mit 5.000 EUR gefördert - vormals waren es 3.000 EUR
  • Plug-in-Hybride (PHEV) und Fahrzeuge mit Range Extender (REX, REEV) erhalten ab sofort 2.500 EUR statt 1.500 EUR

Wichtig: die aktuelle Förderung gilt offiziell bis zum 31.12.2020 bzw. bis die Fördergelder aufgebraucht sind. 

Einschränkungen

  • Privatpersonen: Brutto-Listenpreis von 50.000 EUR (Basismodell) darf nicht überschritten werden, die Fahrzeuge müssen zudem mindestens 50 km vollelektrisch fahren können. REX und REEV Fahrzeuge mit Dieselantrieb sind nicht förderfähig.
  • Firmenkunden: Brutto-Listenpreis von 60.000 EUR (Basismodell) darf nicht überschritten werden, die Fahrzeuge müssen zudem mindestens 50 km vollelektrisch fahren können. REX und REEV Fahrzeuge mit Dieselantrieb sind nicht förderfähig.

 

Ladeinfrastruktur für Unternehmen 

Für Unternehmen mit vollelektrischen bzw. gemischten Flotten sind die Förderungen für die Ladeinfrastruktur besonders interessant. Allerdings gibt es zwei wesentliche Voraussetzungen, die beachten werden müssen:

  • Die Ladestationen müssen öffentlich zugänglich sein und einen nicht-diskriminierenden Zugang ermöglichen. D.h. die Ladestationen müssen an Werktagen mindestens 8 Stunden für die Öffentlichkeit zugänglich sein, die Bezahlung (Nutzung und Stromverbrauch) muss ohne Vertrag möglich sein
  • Strom muss aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen werden
     

Folgend finden Sie eine Übersicht der Förderungen für jede Art von Ladestationen:

  • Normalladen an Wallbox oder Standsäule mit Wechselstrom bis 3,7 kW (230 V, 16 A) Abgabeleistung - Förderung von 300 EUR pro Ladestelle
  • Normalladen an Wallbox mit Wechselstrom von mehr als 3,7 kW bis 22 kW (400 V, 32 A) Abgabeleistung - Förderung von 300 EUR pro Ladestelle
  • Normalladen an Standsäule mit Wechselstrom von mehr als 3,7 kW bis 22 kW (400 V, 32 A) Abgabeleistung - Förderung von 1.500 EUR pro Ladestelle
  • Beschleunigtes Laden mit Wechselstrom oder Gleichstrom von mehr als 22 kW bis 43 kW (400V, 63A) Abgabeleistung - Förderung von 3.000 EUR pro Ladestelle
  • Schnellladen mit Wechselstrom von mehr als 43 kW oder Gleichstrom von ≥50 kW (500V, ≥125A) Abgabeleistung - Förderung von 15.000 EUR pro Ladestelle


Auch die Ladeinfrastruktur für Privatpersonen profitiert von den Förderungen:

  • Wallboxen oder intelligente Ladekabel für Privatpersonen werden nun mit 600 EUR statt 200 EUR gefördert
  • Ladestationen für Mehrparteienhäuser erhalten nun 1.800 EUR statt 600 EUR

Bitte beachten Sie: die Förderungen für die Ladeinfrastruktur gilt nur bei gleichzeitigem Kauf eine E-Autos bzw. Plug-In-Hybriden.

Weitere Informationen finden Sie auf www.umweltfoerderung.at

Für welche Einsatzbereiche sind E-Autos geeignet?

Die heutigen Elektroautos können die meisten beruflichen und privaten Anforderungen bereits problemlos erfüllen, und stehen klassischen Verbrennern in nichts nach: die Reichweiten der einzelnen Modelle sind hoch, die Autos müssen in den meisten Fällen nicht täglich bzw. unterwegs geladen werden. Das ist besonders für Unternehmen wichtig, deren FahrerInnen täglich viele Kilometer zurücklegen und immer mobil sein müssen, wie z.B. Servicemitarbeiter, Lieferdienste oder Logistikunternehmen. Das gilt auch für klassische Außendienstmitarbeiter, nachdem bei über 99% der Fahrten in Österreich weniger als 150 km zurückgelegt werden (Quelle: bmvit). 

Einige Hersteller haben auch Nutzfahrzeuge im Angebot, mit denen größere Lasten transportiert werden können. Hier gibt es momentan noch deutliche Reichweitenbeschränkungen aufgrund des hohen Gewichts der Fahrzeuge. Ein großes Fahrzeug benötigt große Batterien, was zu einem hohen Leergewicht führt. Dadurch reduziert sich auch die potenzielle Lademenge - schließlich darf das zulässige Maximalgewicht des Fahrzeugs nicht überschritten werden. Allerdings schreitet die Batterieentwicklung schnell voran, weshalb auch Transporter in naher Zukunft praktikable Reichweiten erreichen werden.