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IFRS 16 - Auswirkungen auf Leasingverträge

IFRS 16 - Auswirkungen auf Leasingverträge

Donnerstag, März 30, 2017
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Ab 1. Jänner 2019 treten neue Vorschriften  für die Bilanzierung von Leasingverträgen in Kraft. Diese neuen Regeln – besser bekannt als IFRS 16 – werden wahrscheinlich im vierten Quartal 2017 von der EU übernommen und bringen wesentliche Änderungen mit sich.

Der neue Standard legt Leasingverträge als  Recht auf Benützung des Leasinggegenstandes im Austausch gegen zukünftige Zahlungen (die sogenannte Leasingverpflichtung) aus. Ausgenommen davon sind geringwertige Leasinggüter oder Verträge, die kürzer als 12 Monate laufen.  Dieses Benützungsrecht und die damit verbundene Leasingverbindlichkeit müssen in Zukunft in der Bilanz des Leasingnehmers verbucht werden unter Verwendung des International Financial Reporting Standards.

 

Der derzeitige Standard IAS 17 wird also durch IFRS16 ersetzt. Warum die Änderung?

Die Idee, die dem neuen Standard zugrunde liegt, geht von einer kontrollierten Nutzung des Leasinggegenstandes durch den Leasingnehmer aus. In der Bilanz sollen das Nutzungsrecht (Vermögen) und die Leasingzahlungen (Verbindlichkeit) aufscheinen. “Die Standardverantwortlichen befürchteten, dass Leasinggegenstände ungenügend sichtbar für Finanzanalysten sind, wie zum Beispiel wichtiges Vermögen wie Flugzeuge und Gebäude” erklärt Fabrice Bertolle, Head of Corporate Accounting and Consolidation bei Arval.  

 

Welche Konsequenzen sind für Leasingnehmer zu erwarten?

Die wichtigste Änderungen ist die Erfassung des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit in der Bilanz des Leasingnehmers.  Außerdem müssen sowohl die Abschreibung des Nutzungsrechts als auch die Zinsen für die Leasingverbindlichkeit in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden. Das heißt, dass die Kosten anstatt durch die Leasingzahlungen laut IAS17, zukünftig über eine gleichbleibende Abschreibung und einen degressiven Zinssatz dargestellt werden.

In weiterer Konsequenz verbessert der neue Standard das Ergebnis vor Zinsen, Abschreibung und Steuern (EBITDA). “Am Ende bleiben die Gesamtkosten gleich, obwohl sie während der Laufzeit durch den sinkenden Sollzinssatz unterschiedlich dargestellt werden. Abgesehen von dieser buchalterischen „Unannehmlichkeit“, bleiben die Vorteile von Full-Service-Leasing weiterhin bestehen” betont Fabrice Bertolle.

Bilanzierung von Leasinggeschäfte laut IFRS16

Nicht alle Unternehmen sind betroffen

Grundsätzlich sind nur börsennotierende Unternehmen oder Unternehmen, die IFRS für ihre konsolidierte Konzernbilanz gewählt haben, vom neuen Standard betroffen. Außerdem haben einige Länder IFRS als ihren lokalen Bilanzierungsstandard übernommen. Unternehmen in diesen Ländern sind jedoch nicht automatisch verpflichtet, diesen Standard anzuwenden.

 

Der Zeitplan

Zwei wichtige Daten sollte man sich im Zusammenhang mit den neuen Bilanzierungsvorschriften merken. IFRS16 tritt mit 1. Jänner 2019 in Kraft. Allerdings können Leasingnehmer, die IFRS15 anwenden, den neuen Standard vorweg mit 1. Jänner 2018 anwenden.

Schlussendlich verlangt der neue Standard, der noch von der Europäischen Union abgesegnet werden muss, einiges an Vorbereitung.  Vor allem müssen Unternehmen die Zusammensetzung ihrer Leasingverträge erheben und damit verbundene Auswirkungen.

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