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WLTP - Was bedeutet das für Ihren Fuhrpark

WLTP - Was bedeutet das für Ihren Fuhrpark

Dienstag, November 7, 2017
WLTP Auswirkungen auf Fuhrpark

Mit September 2017 begann die EU mit der schrittweisen Umstellung der Verbrauchsmessung von NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) auf WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure).  Das breitere und dynamischere Fahrprofil verspricht realistischere – und dadurch höhere – Verbrauchswerte. Was bedeutet das für den betrieblichen Fuhrpark?

 

Unterschied NEFZ und WLTP

Die bisherige Messmethodik für Treibstoffverbrauch und CO2 Emissionen NEFZ geht von einem statischen Fahrverhalten aus, das so nur in der Theorie vorkommt. Die Ergebnisse weichen klar vom tatsächlichen Verbrauch ab. WLTP folgt einem realistischeren Fahrverhalten mit vier Phasen und bezieht auch Sonderausstattungen mit ein. Die EU, Schweiz, Norwegen, Südkorea und Japan haben sich entschieden, diese neue Messmethode einzusetzen. Weitere Länder sollen folgen.

 

 

NEFZ

WLTP

Methodik

Fixe Schaltvorgänge

40% gleichmässiges Fahren

Mehrere Stopps (begünstigt
Start-Stopp Systeme)

Sonderausstattung wird nicht beachtet

Unterschiedliche Schaltvorgänge für jedes einzelne Auto

Dynamisches Bremsen/Beschleunigen

Weniger Stopps

Sonderausstattung wird berücksichtigt

Dauer

1180 Sekunden

1800 Sekunden

Distanz

11 km

23,3 km

Höchstgeschwindigkeit

120 km/h

131 km/h

Durchschnittsgeschwindigkeit

33,6 km/h

46,5 km/h

Anzahl der Stopps

14

9

 

Allerdings ist WLTP nach wie vor ein Labortest und kein Straßentest.

 

Auswirkungen auf die Verbrauchsdaten

Durch den schärferen Testzyklus werden sich die Verbrauchswerte sehr wahrscheinlich erhöhen. Der Unterschied wird je nach Marke und Modell unterschiedlich hoch ausfallen. Auch das Miteinbeziehen von Sonderausstattungen wird zu höheren Werten führen, da die Ausstattung den Rollwiderstand, die Aerodynamik und das Gesamtgewicht beeinflusst. Hersteller können Modelle in «Familien» zusammenfassen und für diese einen WLTP-Wert ausgeben.

 

Auswirkungen auf den Fuhrpark

Unternehmen, die in ihrer Dienstwagenrichtlinie eine Verbrauchsobergrenze bzw. CO2 Limit definiert haben, sollten diese an die neuen Werte anpassen, sobald sie von den Herstellern verfügbar sind.

Höhere Emissionen bedeuten grundsätzlich auch eine Erhöhung von NoVa und Sachbezug. Allerdings hat das österreichische Finanzministerium zugesagt, dass bis einschließlich 2019 nach wie vor die NEFZ Werte für die Berechnung vom emissionsabhängigen Abgaben herangezogen wird. Ab wann die WLTP Werte herangezogen werden, ist noch nicht klar.

 

Zeitplan für die schrittweise Umstellung

  • September 2017: alle neu zu zertifizierenden Modelle müssen nach WLTP getestet werden. Nach wie vor müssen auf allen Verkaufsunterlagen die NEFZ-Werte angeführt werden.

 

  • September 2018: Hersteller müssen für ihre gesamte Fahrzeugpalette WLTP-Werte ausweisen. Parallel muss für neu zugelassene Fahrzeuge bestätigt werden, dass im Rahmen des WLTP-Tests ein Real-Driving-Emission Test (RDE) gemacht wurde und der Partikel-Ausstoß unter dem Euro 6-Grenzwert liegt.

 

  • September 2019: Alle neu zugelassenen Fahrzeuge müssen einen RDE-Test absolvieren und ihr Stickoxid-Ausstoß muss unter der Euro-6-Grenzwert liegen. Bis 2019 werden NoVa und Sachbezug auf Basis der NEFZ Testergebnisse berechnet. Ob danach die WLTP-Werte herangezogen werden, ist noch nicht klar.

 

  • Ab 2021: Für alle Fahrzeuge werden nur mehr WLTP-Werte ausgewiesen, ausgenommen Gebrauchtfahrzeuge.