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Fuhrparkleasing von mehreren Dienstleistern?

Fuhrparkleasing von mehreren Dienstleistern?

Dienstag, Juli 11, 2017
Fuhrparkleasing Multi-Supplier Strategie

Die vorherrschende Expertenmeinung auf die Frage, ob man einen oder mehrere Lieferanten beauftragen soll, ist eindeutig: niemals alles auf eine Karte setzen!  Im Fuhrparkleasing scheinen die Uhren anders zu gehen. Hier trifft man sowohl auf Multi-Supplier als auch auf Sole-Supplier Strategien. Welche Überlegungen stehen hinter diesen beiden unterschiedlichen Ansätzen?  

 

Wenn sich Unternehmen für eine Mehr-Lieferanten-Strategie entscheiden, dann vor allem aus zwei Gründen:

  • Um den besten Preis zu erzielen, indem man die Lieferanten ständig gegen einander bieten lässt.
  • Um die Erfüllung der Serviceleistung zu sichern, auch wenn ein Partner ausfällt oder insolvent wird.

 

Überlegungen, die für jedes Unternehmen nachvollziehbar sind. Gleichzeitig wenden sich durchaus reife Käufermärkte einer Sole-Supplier Strategie zu. Dafür gibt es sehr gute ökonomische und organisatorische Motive.

 

Preistransparenz

Ein konstanter Preisdruck auf Lieferanten erweckt den Anschein, ständig den besten Marktpreis lukrieren zu können. Tatsächlich kann der gegenteilige Effekt eintreten. Denn Angebotspreise beeinflussen das Niveau von Leistung und Servicequalität negativ, was zu höheren Gesamtkosten führen kann. Außerdem segmentieren Lieferanten ihre Kunden und erkennen “Schnäppchenjäger” frühzeitig, Preisanpassungen sind die Folge.

 

Im Gegenzug dazu, gibt es auch bei der Zusammenarbeit mit einem einzelnen Lieferanten, effektive Mechanismen für Preistransparenz und – kontrolle. Ein Sektor, wo diese Strategie besonders oft gewählt wird, ist die Pharmazie. Hier gelten langfristige Partnerschaften mit einzelnen Lieferanten als profitabler, als die alleinige Ausrichtung auf den Preis.

 

Optimierte Prozesse

Aus organisatorischer Perspektive werden die versteckten Kosten für das Management mehrerer Lieferanten durchwegs unterschätzt. Der Abstimmungsaufwand ist in der Regel teurer, als die erzielbaren Preisunterschieden zwischen Sole- und Multi-Supplier. Die Kosten dafür häufen sich nämlich während der gesamten Zusammenarbeit an: Vertragsverhandlungen, Bestellungen, Rechnungsmanagement, Reporting, Analysen und Prozesssteuerung.

 

Eine Ein-Lieferanten-Strategie vereinfacht hingegen die Supply Chain, da es nur einen einzigen Verhandlungspartner und einen einzigen Prozess gibt. Im Fuhrparkmanagement ermöglicht dieses Modell dem Unternehmen, die Daten der gesamten Flotte zu nützen. Das Ergebnis sind optimierte Tarife und individuelle Strategien für Fahrsicherheit und Umwelt. “Das ist ein wesentlicher Vorteil für den Fuhrparkverantwortlichen im Unternehmen, den bei einer Mehr-Lieferanten-Strategie ist immer nur ein Teil der Flotte sichtbar. Das macht die Analyse und Maßnahmenplanung komplex,” meint Alexandre Barbereau, Head of International Sales bei Arval.

 

In der Praxis hängt die Entscheidung zwischen Sole oder Multi-Supplier Strategie mit dem Reifegrad der elektronischen Beschaffung und dem Dienstleistungsumfang zusammen. “Je reifer die Beschaffungsorganisation ist und je besser sie auf eine Multi-Supplier-Strategie ausgelegt ist, desto einfacher ist es, mit mehreren Lieferanten zusammen zu arbeiten,“ fügt Barbereau hinzu.

 

Schlussendlich setzen heutzutage auch Sole Supplier Maßnahmen, um die Erbringung der Dienstleistung langfristig sicher zu stellen. Mit Service Level Agreements (SLAs) und maßgeschneiderten Kontrollmechanismen wird nicht nur ein gleichbleibender Servicegrad gewährt, sondern auch ein Beitrag zur Prozessoptimierung geliefert.